| Der Mut, verletzlich zu sein Ein prophetisches Pamphlet aus den Niederlanden von Peter A. Baan Als am 2. November 2004 in Amsterdam der Regisseur Theo van Gogh von einem extremistischen jungen Moslem ermordet wird, geht ein Schock durch die niederländische Bevölkerung. Der Täter hinterlässt einen Brief auf der Leiche van Goghs, gerichtet an Ayaan Hirsi Ali, eine niederländische Politikerin von somalischer Herkunft, in dem auch sie mit dem Tode bedroht wird. Van Gogh hatte kurz vorher ""Submission Part 1" gedreht, einen Kurzfilm von Hirsi Ali über Frauenmisshandlung und Islam. Die darauf folgende Krisen-Stimmung erinnert an die Zeit nach dem Mord an dem rechtskonservativen Politiker Pim Fortuyn im Jahr 2002. Verschiedene Politiker und Meinungsmacher verstärken die Unruhe und Angstgefühle durch harte, undifferenzierte Aussagen, die Gegensätze und Konflikte betonen. Der Schriftsteller Geert Mak veröffentlicht im Februar 2005 eine Streitschrift, in der er die letzten Monate des Jahres 2004 beschreibt, und versucht die Geschehnisse zu deuten. Mak verurteilt die Methode der Verhärtung und Konfrontation und stellt fest, dass es nur einen gangbaren Weg für die Zukunft gibt: den Weg von Pazifizierung und Toleranz. Zwei Wochen nach dem Mord an Theo van Gogh sandte die Synode der Protestantischen Kirche in den Niederlanden (PKN) eine Kanzelabkündigung an die Kirchengemeinden im Land. Die Abkündigung sollte am ersten Sonntag "danach" in den Gottesdiensten verlesen werden. Ihr Inhalt war eine Verurteilung von Extremismus und ein Aufruf zu Solidarität und Verbundenheit mit den Moslems. Der Text ist ein Plädoyer für eine Neubesinnung auf die Frage, welchen Raum Religion in der Gesellschaft einnehmen soll. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass schwere Menschenrechtsverletzungen die Rechtsordnung unterminieren. Auffällig an dieser kirchlichen Schrift ist, dass die Wortwahl allgemein und wenig treffsicher ist, obwohl die gesellschaftliche Situation von vielen Niederländern als sehr kritisch erfahren wurde. Der Text liest sich wie die Schlusserklärung einer UNKonferenz: äußerst korrekt, doch kraftlos durch die umsichtige Formulierungsweise. Was dieser kirchlichen Botschaft fehlt, ist ein prophetischer Gehalt. Es ist nicht vonnöten, eine große Vision in Worte zu fassen, sondern gefragt ist eine nüchterne Analyse der momentanen gesellschaftlichen Situation, wobei auch die Rolle der Religion untersucht werden muss sowohl in negativer als auch in positiver Hinsicht. Es fehlt eine Demaskierung der Verrücktheit, die die Gesellschaft bedroht - dieser Teufelskreis aus Angst, die umschlägt in Hass. Und es fehlt eine deutliche Anerkennung des Ernstes der drohenden Krise und der Ursachen der Unruhe und Angst in der Bevölkerung. Die Erklärung nimmt vorschnell Zuflucht zu versöhnenden Worten, mit denen die Krise gebannt werden soll. Es wird schon aufgerufen, weiter zu gehen - bevor von einem gangbaren Weg die Rede sein kann. Wenn die Kirche in schwierigen Zeiten eine Hoffnung für die Zukunft hat - dann muss sie auch ihre Aufmerksamkeit auf die Unsicherheit und Gefahr zu richten wagen, die auf diesem Weg drohen. Prophetisches Pamphlet Der Schriftsteller Geert Mak erhebt diese prophetische Stimme, die den Kirchen fehlt. Mit Gedoemd tot kwetsbaarheid (Verdammt zu Verletzlichkeit) hat Mak eine Streitschrift veröffentlicht, in der er den Schrecken und die Hysterie der Gesellschaft in klaren Worten benennt. Mak versucht die Geschehnisse der letzten Monate des Jahres 2004 zu deuten, indem er die Hintergründe skizziert, den Schaden ermittelt und eine Richtung für die Zukunft sucht. Der Text scheint in großer Eile geschrieben zu sein, in einer Mischung aus Wut und Besorgtheit. Mak erklärt gleichsam unseren Enkelkindern, was in diesen hektischen Monaten in den Niederlanden los war. Der schnell wachsende Abgrund zwischen Moslems und Nicht-Moslems; die immer lauteren Äußerungen von Fremdenhass; der Schock-Effekt in der Moslemgemeinschaft durch "Submission Part 1", den Kurzfilm der Parlamentsabgeordneten Hirsi Ali über Frauenmisshandlung und Islam; der von einem jungen extremistischen Moslem verübte Mord an dem Regisseur Theo van Gogh und die Reaktion der Medien, Politik und Bevölkerung, die damit ausgelöst wurde. Die Tradition der Pazifizierung Mak ruft auf zu Gelassenheit und Sorgfalt und verweist dazu auf die niederländische Tradition der Pazifizierung und Toleranz. Schon seit dem 16. Jahrhundert wird in den Niederlanden das Rezept der Toleranz angewandt. Spannungen aufgrund der religiösen Unterschiede in der Gesellschaft werden bekämpft durch große Duldsamkeit und indem zugleich das Säen von Hass und Unruhe scharf bekämpft wird. Diese Methode basiert nicht auf einem erhabenen Ideal, sondern sie hatte vor allem das Ziel, stabile Strukturen für den Handel in den Städten zu schaffen. Beinahe erleichtert stellt Mak fest, dass diese Methode der Pazifizierung auch heute noch angewandt wird: die Stadtverwaltung von Amsterdam, Kirchen und Moslemorganisationen, Streetworker und Gewerkschaften - sie alle haben sich nach dem Mord an Theo van Gogh dafür eingesetzt, die gesellschaftlichen Brände zu löschen und die Verbundenheit untereinander zu stärken. Dieses Gefühl der Erleichterung wird nicht von allen geteilt. Die Methode der Pazifizierung, die Geert Mak würdigend beschreibt, wird in der öffentlichen Meinung immer mehr gleichgestellt mit einer weichen Haltung, mit der jahrelang zur Norm erhobenen linken Toleranz, die jetzt als die Ursache für das heutige gesellschaftliche Elend ausgemacht wird. Der Tradition der Pazifizierung steht heute eine ganz andere Methode gegenüber: die der Konfrontation. Bei der Methode der Konfrontation werden besonders die Gegensätze betont, da werden die eigenen Werte zur absoluten Norm erhoben, es ist keine Rede mehr von gegenseitiger Annäherung, sondern Andersdenkende können sich nur anpassen oder werden ausgeschlossen. Mak weist besorgt darauf hin, dass diejenigen, die nicht in dieser Angstpsychose mitgaloppieren, "Schwächlinge" und "Verräter" genannt werden, während Diskriminierung und Rassismus zu neuen Grundwerten erhoben werden. Handel mit der Angst Die Geschichte wiederholt sich nie. Aus unserer eigenen bitteren Erfahrung wissen wir Europäer jedoch, dass sich solche Radikalisierungsprozesse in alle Richtungen entwickeln können. Die Verachtung für das "sanftmütige" Parlament, für die Intellektuellen, "die das Volk nicht kennen", für das Recht und die Vernunft; die Führer, die ihren Anhängern eine neue Zusammengehörigkeit und die Befreiung von ihren Ängsten versprechen; die etablierten Parteien, die durch ihr Schweigen und ihren Opportunismus dieses Vakuum erst schaffen, indem sich solche Bewegungen einnisten können: wir haben das alles schon einmal erlebt. Geert Mak skizziert in seiner Schrift die Gefahren des radikal-islamitischen Terrors, ohne sie relativieren zu wollen. Daneben signalisiert er einen anderen Radikalisierungsprozess in der Gesellschaft, der von innen heraus entsteht und genährt wird durch Angst. Mak nennt Politiker, die diese Gefühle von Unruhe und Unbehagen in der niederländischen Bevölkerung geschickt aufgreifen, "Händler mit der Angst". Er stellt fest, dass die Angst der Menschen sich nicht so sehr richtet auf wirklich drohende Gefahren (gewalttätige radikale Gruppen und das Unvermögen der Sicherheitskräfte, diese üblen Gesellen in den Griff zu bekommen), sondern dass ihnen die Angst voreinander eingeredet wird mit Hilfe von suggestiven Parolen und Halbwahrheiten. Hinter dieser Bangemacherei verbergen sich nach Mak politische Interessen. Es ist der Versuch der politischen Führungskräfte, durch das Ausmalen von Horrorszenarios und die Präsenta- tion von tatkräftigen Lösungen, Wähler an sich zu binden. Indem sie subtil auf die bereits vorhandenen Gefühle von Unruhe, Angst und Fremdenhass eingehen, wird eine Debatte über Tatsachen und wirkliche Ursachen überflüssig gemacht. Es entsteht eine Atmosphäre, in der die öffentliche Diskussion unbemerkt in Geschimpfe übergehen kann. Das ist keine intellektuelle Debatte mehr, sagt Mak, sondern demagogischer Schwachsinn. In dieser Atmosphäre der Angst ist es zu erwarten, dass harte Maßnahmen des Staates auf breite Zustimmung stoßen. Wenn die Regierung wichtige Gesetzesänderungen als notwendig für die Bekämpfung des Terrorismus präsentiert, dann braucht sie kaum mit Widerstand der Bevölkerung zu rechnen. Wie der Justizminister Piet Hein Donner behauptet: "Der größtmögliche Eingriff in den privaten Lebensbereich ist es, Opfer eines Anschlages zu werden." Mit dieser einfachen Argumentationsweise wird die Zuweisung neuer Befugnisse an die Polizei, die Geheimdienste und die juridische Gewalt legitimiert - "zum Schutz des Rechtsstaates". Kritik an dieser Haltung kommt aus einer unerwarteten Ecke. Der ehemalige deutsche Innenminister Gerhard Baum gibt in einer Fernsehsendung einen bemerkenswerten Kommentar zu der defensiven Reaktion von Staat und Gesellschaft. Baum war als Minister in den 70er Jahren zuständig für die Notstandsgesetze, mit denen auf die Welle von Anschlägen der Roten Armee Fraktion reagiert wurde. Rückblickend stellt er fest, dass es sich vor allem um Maßnahmen mit einem hohen symbolischen Wert handelte, die aber überhaupt nicht effektiv waren zur Bekämpfung des Terrorismus. Die Bürger sollten vor allem den Eindruck bekommen, dass der Staat etwas unternahm. Dieser Tatendrang des Staates ging allerdings zu Lasten der individuellen Freiheitsrechte der Bürger. Das dringende Bedürfnis, den freien Rechtsstaat zu verteidigen hatte, einen langfristigen Angriff auf eben diesen Rechtsstaat zur Folge. Baum folgert: "Angst, Emotionen und Unsicherheit sind schlechte Ratgeber. Ein kühler Kopf - das ist vor allem geboten, und darüber hinaus müssen Politiker das Gespräch mit der Gesellschaft suchen." Weil damals in Deutschland viel zu viele Menschen verdächtigt wurden, war eine erfolgreiche Ermittlung der wirklichen Terroristen unmöglich. Außerdem wurden die "Mitläufer" durch repressive Maßnahmen der Regierung in ihrer Sympathie für die RAF-Terroristen nur gestärkt. Erst als der deutsche Staat seine Strategie änderte, konnte er Resultate erzielen. Jetzt wurde nach den Ursachen von Terrorismus gesucht und die dahinter liegenden Beweggründe offen gelegt. Auch suchte der Staat zum ersten Mal den Dialog mit RAF-Sympathisanten. "Auf eine Provokation, die gegen Toleranz gerichtet ist, darf nicht mit Intoleranz reagiert werden", beschließt Baum sein Plädoyer für den Schutz des verletzlichen Rechtsstaates. Globalisierung und Islam Geert Mak beschreibt seine Beobachtungen einer Reportagereise durch Malaysia um 1985. Dieselben Studenten, die zwei Jahre zuvor noch an linken Demonstrationen teilnahmen, sind zum traditionellen Islam "zurückgekehrt". Diese Gegenbewegung bewertete er damals noch als ein Phänomen, das sich in schnell modernisierenden islamischen Ländern abspielt; erst Jahre später stellt er fest, dass es sich um eine Problematik handelt, die auch Europa erreicht hat. Diese Gegenbewegung des "Okzidentalismus" ist nach der Beschreibung von Buruma und Margalit gekennzeichnet durch eine "Kette von Feindseligkeit" gegen die Bilder, die die westliche Kultur repräsentieren: gegen die Stadt - Bild des arroganten, gierigen, dekadenten und frivolen Kosmopolitismus; gegen Wissenschaft und Vernunft; gegen den verwüstenden Eroberungsdrang des westlichen Kapitals, gegen die etablierte Bourgeoisie, gegen die Ungläubigen, die zerschmettert werden müssen für eine Welt des reinen Glaubens. Dieser Okzidentalismus beansprucht für sich die Forderung nach Reinheit, Spiritualität und Kollektivismus im Gegensatz zu einem karikierten Westen mit seiner Unreinheit und seinem seelenlosen Materialismus und Individualismus. Buruma und Margalit sehen ideologische Parallelen zwischen dem radikalen Islam des 20. Jahrhunderts und "romantischen" Bewegungen wie dem extremen japanischen Nationalismus und dem europäischen Faschismus. Die extremistischen islamischen Führer repräsentieren jedoch in Wirklichkeit kein reines "östliches" Gedankengut, sondern sind stärker von Ideen des "westlichen" Denkens beeinflusst, als sie selber eingestehen würden. Allein schon die Tat sache, dass die wichtigsten Wortführer dieser antiwestlichen Bewegung auffallend oft an westlichen Universitäten studiert haben, ist bemerkenswert. Der polnische Theologe Mansour Jachimczyk ist ein besonderes Beispiel eines solchen ideologischen Führers. Geboren in Krakau, studiert in Oxford und anschließend zum Islam bekehrt, ist Jachimczyk heute der Berater von Khozh-Ahmed Noukhaev, einem tschetschenischen Revolutionär und Begründer der tschetschenischen Mafia in Moskau. Zusammen gründeten sie die Closed Society Foundation. Die Foundation tritt ein für die Normen und Werte einer traditionellen, geschlossenen Gesellschaft und hat eine ausgesprochene Abneigung gegen die Ideale einer offenen westlichen Gesellschaft. Sie lehnt die Errungenschaften des Rationalismus ab und kehrt zurück zu Mystik, Abstammung, Blutsverwandtschaft, Bruderschaft und Theokratie. In den Worten von Noukhaev: "Warum ich gegen die Zivilisation, gegen die offene Gesellschaft bin? Weil sie unsere Identität zerstört. Weil es das Ziel der Zivilisation ist, der ganzen Welt ihre Lebensweise aufzuzwingen. D. h. sie will aus allen Menschen Bürger machen - und auch meine Welt, meine geschlossene Welt, meine barbarische Welt will sie zu einer Bürgerwelt machen." Der amerikanische Politologe Benjamin Barber (Jihad vs Mcworld) bemerkt über die offene Gesellschaft: "Die moderne Konsumgesellschaft ist in einem gewissen Sinn zwar offen, aber andererseits ist sie auch geschlossen für andere Werte." Aus der säkularen Perspektive ist sie offen, aber ist sie auch offen für Religion, für tiefer gehende Überzeugungen, für Romantik oder die Idee von etwas Höherem? Sowohl Noukhaev als auch Barber folgern - jeder auf seine Weise -, dass die offene Gesellschaft keine Alternativen neben sich duldet. Der Globalisierungsprozess muss nach ihrer Ansicht auf Dauer dazu führen, dass die geschlossenen, traditionellen Gesellschaften Gefahr laufen, zerstört zu werden. Die englische Theologin Karen Armstrong erklärt, dass fundamentalistische Strömungen in den verschiedenen Religionen nicht per se gewalttätig sind. Fundamentalismus ist aber sehr wohl ein Abwehrreflex gegenüber dem Säkularisierungs- und Modernisierungsprozess. Bei der Geschwindigkeit, mit der die islamitische Welt sich modernisiert hat, wird die Säkularisierung nicht als Befreiung - sondern als Bedrohung erlebt. Säkularismus wird als ein tödlicher Angriff auf tief verwurzelte Werte erfahren. Diese Erfahrung löst gewalttätige Reaktionen aus. Mutig und verletzlich Am Schluss seiner Streitschrift stellt Geert Mak die These auf, dass auch wir als "Kinder der Aufklärung" anfällig sind für eine eigene Form von Fundamentalismus - nämlich dann, wenn wir uns nicht mehr trauen, zukunftgerichtet zu denken, sondern unsere Haltung nur noch defensiv und nach innen gerichtet ist. Die Gefahr, in der die niederländische Gesellschaft sich befindet, ist, dass sie sich von der Angst vor Bedrohung leiten lässt, sich vor der kulturellen Dynamik in Europa und dem Rest der Welt verschließt und sich in einer geschlossenen, fremdenfeindlichen Phantasiewelt wieder findet. Mak fasst die Situation zusammen: "Wir werden manchmal schmerzhafte Maßnahmen hinnehmen müssen, gerade um unsere wichtigen und außergewöhnlichen Qualitäten zu retten: unsere Pazifizierung mit dem Nebenprodukt unserer allseits bekannten Toleranz. Wir werden die intoleranten Strömungen des Islams bekämpfen müssen, und zugleich auf die humanistischen Kräfte innerhalb des Islams zugehen und uns mit ihnen verbünden müssen. Und letztendlich werden wir bis an die Quelle gehen müssen: die Entwurzelung, die Erniedrigung, die ständig wachsende Wut der nicht-westlichen Welt. Wir Niederländer können uns eine nationale Nabelschau nicht länger erlauben." Es ist das Verdienst von Geert Mak, dass er mit seiner Schrift Verdammt zu Verletzlichkeit' den Zustand von Angst und Unsicherheit in der niederländischen Bevölkerung zu analysieren versteht und ihn in einen breiteren Kontext stellt. Es zeugt von prophetischem Mut, wenn er inmitten der lauten Rufe nach repressiven Maßnahmen und unbeugsamen Eingriffen des Staates ein flammendes Plädoyer hält für Sorgfalt, Gelassenheit und eine intellektuelle Debatte mit Gespür für die Zwischentöne. Mak stellt zu Recht fest, dass wir auf dem Weg der Konfrontation riskieren, unsere ganze Gesellschaft zu Grunde zu richten. Ein gangbarer Weg für die Zukunft muss gesucht werden auf dem Weg von Pazifikation und Toleranz. Diese Methode führt aber höchstens zu einem labilen Gleichgewicht. Und die Gefahren, die dieses empfindliche Gleichgewicht bedrohen, dürfen wir dann auch keinesfalls unterschätzen. Doch nur in dieser Verletzlichkeit liegt eine Zukunft. Der ungangbare Weg ist der einer fortschreitenden Verhärtung, bei der sich die Gegensätze zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen verstärken und die Konflikte eskalieren. Die Wahl dieses Weges der Verletzlichkeit ist nicht naiv, sondern es muss eine bewusste Entscheidung für diesen risikoreichen Weg getroffen werden - aus der festen Überzeugung heraus, dass dies die einzige Möglichkeit ist, eine menschliche Gesellschaft für die Zukunft zu bewahren. |
Peter Baan, Theologe, arbeitet als Webdesigner für die SP (Sozialistische
Partei) |