Junge.Kirche 3/2004
Focus:
Kopftücher
Inhalt [PDF]

Editorial

Der Qur’an und das Kopftuch
Halima Krausen

Ein Lehrverbot für Paulus?
Klara Butting

Verhüllt, bedeckt, behütet – Enthüllt, entblößt, bloßgestellt?
Sabiha El-Zayat

Hartzreformen – wer hat gesiegt?
Franz Segbers

Vom Orient zum Okzident
Johann Wolfgang von Goethe (Gertrud Schendel)

Widersprüche im westlichen Feminismus im Spiegel der Kopftuchdebatte
Birgit Rommelspacher

Wider den Rückzug auf den eigenen doktrinären Fundamentalismus
Olaf Schumann

Profil zeigen – Begegnung wagen
Ulrike Hofmann

Interreligiöse Arbeit „von unten“
Susanne Lenz

Das Kopftuch – ein vieldeutiges Symbol
Hildburg Wegener

Politik der Endzeit
Thomas Spang

Der amerikanische messianische Nationalismus
Rosemary Radford Ruether

Wir zeigen, was wir sind – Emel Algan und ihre Hüte
Barbara Timm

Krieg gegen den Terrorismus
Ulrich Frey

Vergessene Menschen – Vergessene Rechte
Internationale Friedensbrigade in Kolumbien
Kirstin Eckstein

Der Kirche ein anderes Gesicht geben
Interviews mit Bärbel Wartenberg-Potter, Maria Jepsen und Margot Käßmann
Katrin Stückrath

Mit zwei Zungen
Die evangelische Kirche und das Judentum
Frank Crüsemann

Offenbarung 12,7–12: Wenn die Hölle los ist …
Luzia Sutter Rehmann

Für-Dank
Magdalene Frettlöh

Geh hin und lerne!
Marcus van Loopik

Liebe Leserin, lieber Leser,

Vor einigen Wochen bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein neues Schulgesetz des Stuttgarter Landtags, wonach Lehrkräfte auch mit ihrer Kleidung „keine politischen, religiösen, weltanschaulichen oder ähnlichen Bekundungen“ abgeben dürfen, die die Neutralität des Landes stören oder gefährden können. Später aber heißt es: „Die Darstellung christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte widerspricht nicht diesem Gebot.“ Mit anderen Worten: eine Lehrerin darf kein Kopftuch tragen, eine katholische Ordenstracht ist aber erlaubt.

Exemplarisch wurde in den Reaktionen auf das Leipziger Urteil noch einmal deutlich, wie viele Ebenen in der Diskussion um das Kopftuch eine Rolle spielen: das Verhältnis von Staat und Religion, die Frage, ob die Religionen gleich zu behandeln sind, die Bedeutung des Kopftuchs als politisches Symbol und die Bedeutung des Kopftuchs im Geschlechterverhältnis.

Die verschiedenen Ebenen tragen dazu bei, dass die Frage nach dem Kopftuch quer durch alle traditionellen Fronten hindurch kontrovers diskutiert wird. Wieder müssen wir feststellen, dass es sie nicht mehr gibt: die gemeinsame linke Position. Die Focusgruppe hat durch die Zusammenstellung der Hauptartikel trotzdem eine klare Position bezogen, und zwar gegen das Kopftuchverbot – wissend, dass diese Position nicht von allen Leser/innen der Jungen Kirche geteilt wird; allein schon die Stimmen einiger Auslandskorrespondent/ innen, die sich in ihren Voten für ein Verbot aussprechen, machen das sichtbar. Wir kommen nicht darum herum, die Argumente zu sichten und eine eigene Position zu erarbeiten. Zu dieser Arbeit gehört es, behutsam aufeinander zu hören und respektvoll miteinander umzugehen.

Gerard Minnaard

Verantwortlich für den Focus dieses Heftes:
Klara Butting, Hans-Christoph Goßmann,
Hildburg Wegener