Junge.Kirche 4/2008

Focus:
Verlangsamen

Inhalt [PDF]

Editorial

Der Katastrophe Einhalt gebieten
Klara Butting

Was ist schon Zeit?
Brigitte Rohde & Beate Spilger

Heilige Zeiten
Claudia Brinkmann-Weiß

Eine nachhaltige Mobilitätskultur
Jobst Kraus & Jutta Steigerwald

Die futuristische Verherrlichung der Geschwindigkeit
und ihre Kritik im Dadaismus
Die Umkehr des Verkehrs in Johannes Schreiters
Glasbildwelt
Sigurd Bergmann

75 Jahre Junge Kirche
Kristin Flach-Köhler und Karin Böhmer

75 Jahre Junge Kirche
Gunther Schendel

Leben ohne Führerschein
Ullrich Hahn

Kindern ihre Zeit lassen
Elisabeth C. Gründler

Wie Kinder das Leben verlangsamen
Christiane Kohler-Weiß

Alles hat seine Zeit
Günter Altner

Befreiung vom Hamsterrad
Fritz Reheis

Der Schlafbootverleih
Benita Joswig

40 Jahre AGDF – 40 Jahre aktiv für den Frieden
Jan Gildemeister

Interkulturelle Öffnung von Kirche und Diakonie
Asyl in der Kirche

Otra América es posible
Bernd Kappes

Breklumer Brief
Plädoyer für eine ökumenische Zukunft

Die Gier der Finanzjongleure
Achim Schwabe

Geistlicher Beistand für den ehrbaren Kaufmann
Silke Niemeyer

Mit Menschenrechten gegen den Hunger
Bernd Kappes

Wir sind der Schmerz, nicht die Ärzte
Hans- Jürgen Benedict

Die messianische Hochzeit
Ton Veerkamp

Bestürzende Frömmigkeit
Harald Schroeter-Wittke

Trippeln und Sabbatgang
Gernot Jonas und Paul Petzel

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Die Hohepriester des Finanzkapitalismus haben sich als Hütchenspieler entpuppt. Es wird nach dieser Krise keine Rückkehr zum Status quo ante geben – und kein Bereich außerhalb von Regulierung mehr. (…) Das bedeutet auch, dass es die Kluft zwischen den Renditen in der Finanz- und der Realwirtschaft nicht mehr geben wird.“ (Ortwin Runde, SPD) Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber noch nie zuvor hatte ich so stark das Gefühl, dass eine Krise gleichzeitig eine Chance ist. Mehr Regulierung? Mehr Staat? Eine neue Finanzordnung? Irgendwie scheinen alle das immer schon gewollt zu haben. Umso besser. Die Stunde von ATTAC scheint geschlagen.

„Dieses seltsame Rettungspaket zeigt, dass die Banken in Deutschland mitnichten entmachtet sind. Der Kapitalismus ist nicht am Ende, wie schon manche meinten – sondern er hat sich die Regierung zu eigen gemacht“ – schreibt Ulrike Herrmann (Journalistin) zur gleichen Zeit unter dem Titel: Der Kapitalismus besiegt den Staat. Herrmann hat Recht, wenn sie meint, dass es ein Fehler wäre, davon auszugehen, dass die Vorherrschaft des Finanzkapitals so schnell und so einfach vorbei sein wird. Eine Neuordnung des globalen Finanzsystems wird harte Arbeit und vor allem ein harter Kampf werden. In diesem Kampf – der m. E. nicht so einfach schwarz/weiß gewonnen oder verloren ist wie Herrmann schreibt – wird es u. a. unsere Aufgabe sein, die Entmythologisierung der Hohenpriester des Finanzkapitalismus als Hütchenspieler ernst zu nehmen und festzuhalten. Die Frohe Botschaft lautet: Es sind Hütchenspieler! So können wir dazu beitragen, dass die Chance nicht all zu leicht verspielt wird.

In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern und Leserinnen frohe Weihnachten und ein aufgeklärtes 2009!

Gerard Minnaard

Verantwortlich für den Focus dieses Heftes:
Stefan Weiß, Kora Rogge, Christiane Dannemann, Klara Butting, Sigurd Bergmann, Jürgen Plötze, Geerte Froken-Bolle