Junge.Kirche 4/2009
Focus:
Männer
Inhalt [PDF]

Editorial

Biblische Väter
Jürgen Ebach

Vaterbilder und Männerrolle – biografische Skizze
Stefan Weiß

Wo harte Machos weinen lernen
Ingvild Mathe-Anglas

Faites vos jeux!
Matthias Lehnert

Neue Wege für Jungs
Miguel Diaz

Von welchem Gott erzählen wir den Jungen?
Jochem Westhof

Jesus der Mann
Martin Leutzsch

Geschlecht – Kultur – Natur
Ruth Poser und Martin Rosowski

Von der Vermittlung des Heiligen
Martin Rosowski

Zum Mann geworden
Christian Reiser

Männerinitiation – wieso, warum?
Interview mit Richard Rohr

Glaube und Kunst
Unfair gefischt – Armut aufgetischt

Wie ein Riss …
Peter Scherle

Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zur globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise, Hannover 2009
(EKD-Texte 100). Etwas mehr als eine Rezension.

Reiche und Arme am Runden Tisch
Ein Aufruf an christliche Gemeinden

Versöhnung – Ein Weg
Roswitha Jarman

Ein Aufruf an christliche und jüdische Gemeinden
in der ganzen Welt

Die Junge Kirche im Dritten Reich
Ralf Retter

Aufbruchstimmung im Weltkirchenrat
Christina Biere

Mensch, wo bist du?
Klara Butting

Das Hohelied der Liebe
Bibelauslegung
Luise Schottroff

Beerdigungsansprache für Christiane Dannemann
Gabriele Scherle

Wo der Heilige wohnt
Gernot Jonas und Paul Petzel

Liebe Leserin, lieber Leser,

Christiane Dannemann, die lange Jahre Mitglied des Herausgeber/innenkreises der Jungen Kirche war, ist am 11. September im Alter von 55 Jahren gestorben. Wir sind sehr traurig, dass sie nicht mehr bei uns ist. „Nun ist sie heimgekehrt in die Stadt des Friedens, an den Tisch der Gerechtigkeit und in den Garten der Heilung“, sagt Gabriele Scherle in der Beerdigungspredigt, die Sie in diesem Heft lesen können.

Stadt des Friedens, Tisch der Gerechtigkeit, Garten der Heilung. Unsere Realität ist weit von diesen Worten der Verheißung entfernt. Vor unseren Augen wird die Kluft zwischen arm und reich immer größer, und den Nutznießern dieser Entwicklung gelingt es immer wieder, sich Mehrheiten zu erkaufen. Ist es so einfach? Ja. Und nein. Denn es gibt, wie mein Lehrer Bert ter Schegget zu sagen pflegte, auch so etwas wie eine Schwerkraft des Bösen. „Wir haben nicht nur mit Fleisch und Blut zu kämpfen“, schreibt Paulus (Epheser 6,12), wenn er über die Kräfte nachdenkt, die einer versöhnten Erde entgegenarbeiten. D. h. dass die Fragen, wo wir denn das notwendige Durchhaltevermögen und die genauso notwendige Leichtfüßigkeit finden, Teil dieses Kampfes sind. Macht es Sinn, sich zu engagieren?

Gibt es überhaupt etwas Stärkeres als Geld in dieser Welt?

In seinem Nachruf in diesem Heft erinnert Hans-Jürgen Benedict an die Predigt von Christiane Dannemann zur Festveranstaltung „70 Jahre Junge Kirche“, die wir im ersten Heft der erneuerten Jungen Kirche 2004 veröffentlicht hatten. Christiane hat über den Propheten Elia gepredigt, über seine Müdigkeit im Kampf gegen die Herren der Welt. Und darüber, wie jemand ihm die Hand auf die Schulter legte, ihm etwas zu essen gab und sein Vertrauen wieder weckte. Wir haben die Worte Christianes als Zeitansage für unsere Gesellschaft und auch für uns selber verstanden.

Wir können die Wüste nicht überspringen. Wir können den Zorn, die Trauer und die Müdigkeit nicht einfach negieren. Wir brauchen eine Hand. Eine Geste. Etwas Brot und einen Schluck Wein. Christiane ist „heimgekehrt in die Stadt des Friedens, an den Tisch der Gerechtigkeit und in den Garten der Heilung“. Von dort wird sie bei uns sein. Das wollen wir glauben.

Gerard Minnaard

Verantwortlich für den Focus dieses Heftes:
Christian Reiser, Stefan Weiß, Klara Butting, Ruth Poser, Martin Rosowski